Tag der Berufsfeuerwehr 2016

Nachwuchsförderung ist für die Freiwilligen Feuerwehren ein sehr großes Thema. In den Jugendfeuerwehren werden Nachwuchskräfte theoretisch und praktisch auf den Feuerwehrdienst vorbereitet, hauptsächlich stehen aber Spaß und Action auf der Tagesordnung. Davon konnten sich jetzt die Jugendfeuerwehren aus Kelkheim-Hornau und Kelkheim-Mitte überzeugen: Ein Berufsfeuerwehr-Tag, bei dem wie in einer Berufsfeuerwehr innerhalb einer 24 Stunden – Schicht Einsätze abgearbeitet wurden, stand ab dem 15. Juli auf dem Programm.

Leider fanden sich aufgrund des Sommerferienbeginns nur 8 Jugendliche zum Dienstbeginn um 18:00 Uhr im Feuerwehrhaus in Kelkheim-Mitte ein. Nach der Begrüßung wurden die Nachwuchsfeuerwehrkräfte zunächst auf die Fahrzeuge und entsprechende Einsatzpositionen verteilt, im Anschluss wurde erstmal das Schlafquartier bezogen und die Spinde mit Einsatzkleidung eingerichtet.

Das Betreuerteam der beiden Jugendfeuerwehren hatte bereits im Vorfeld fingierte Einsätze ausgearbeitet, die den Kindern das gesamte Spektrum der Aufgabenbereiche einer Berufsfeuerwehr aufzeigen sollten.

Um 18:45 Uhr läutete dann zum ersten Mal der Hausalarm durch die Feuerwehrwache. Die Brandmeldeanlage einer Seniorenwohnanlage hatte Alarm geschlagen. Nachdem die Einsatzkleidung angelegt wurde, waren die Fahrzeuge schnell besetzt und es ging los zum Einsatz. Vor Ort erkundete Einsatzleiter Jannik Staiger zusammen mit einem Angriffstrupp die Lage und suchten den ausgelösten Rauchmelder. Da keine Ursache für das Auslösen gefunden werden konnte, wurde die Brandmeldeanlage zurückgestellt und der Einsatz als Fehlalarm beendet.

Nachdem die Fahrzeuge wieder zurück im Feuerwehrhaus waren, gab es zunächst Abendessen. Gegrillte Steaks und Würstchen mit verschiedenen Salaten wurden schnell gegessen, schließlich konnte es ja jederzeit wieder zu einem Alarm kommen. Es dauerte aber noch bis 20:30 Uhr, bis der Hausalarm das zweite Mal ertönte: Ein Handwerker wollte nach der Arbeit illegal Chemikalien entsorgen und verätzte sich hierbei, gleichzeitig liefen die Chemikalien aus. Die Jugendlichen lernten so, was bei einem Gefahrgutunfall zu tun ist. Zunächst wurde der Handwerker aus dem Gefahrenbereich gerettet, dekontaminiert und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes medizinisch betreut. Des Weiteren wurde der Gefahrenbereich großräumig abgesperrt und im Anschluss mit entsprechender Schutzausrüstung die Chemikaliengebinde gesichert und ein weiteres Auslaufen in die Umwelt verhindert. Einsatzende war gegen 22:00 Uhr, großartig Zeit zum Entspannen gab es nur nicht, bereits kurz danach wurden die Jugendfeuerwehrmänner und –frauen zu einem Flächenbrand auf einer Feldgemarkung gerufen:

Hier brannten auf einer Fläche von ca. 10 m² Garten- und Holzabfälle, die von den Nachwuchsfeuerwehren gelöscht werden mussten. Um ein Übergreifen des Realfeuers auf ein benachbartes Rapsfeld zu verhindern, hatten hier die Betreuer im Vorfeld Wasserwände aufgebaut. Das Löschen bereitete den Kindern viel Spaß, dieser Einsatz wurde am Ende des Berufsfeuerwehrtages als der Beste bewertet.

Nachdem das Feuer gelöscht war, wurden gegen Mitternacht die Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht, bevor die Kinder müde in ihre Betten fielen. Aber bereits um 03:00 Uhr Nachts wurden die Kinder wieder aus dem Schlaf gerissen: Im Hornauer Wald hatte sich eine junge Frau bei einer nächtlichen Jagd nach Pokemons (mittels der Pokemon-Go-App) verletzt und die Orientierung verloren. Die Kinder suchten die junge Frau im Wald und leisteten Erste Hilfe.

Wieder im Bett konnten die Kinder zumindestens bis 07:30 Uhr schlafen, dann wurde mit einem weiteren Einsatz die Nacht beendet: Nach einer Verpuffung in einer Lagerhalle kam es zu einer starken Verrauchung, ein Mitarbeiter wurde im Gebäude vermisst. Die Kinder eilten zur Menschenrettung und sorgten für einen Löschangriff von außen.

Nach einem Frühstück, bei dem die Kinder langsam wieder zu Kräften kamen, ging es direkt weiter mit den Einsätzen: Auf dem Dach einer Schule hatte sich ein Handwerker bei Dachdeckerarbeiten verletzt. Während ein Teil der Kinder das Feuer löschten, wurde der Handwerker vom Dach mit der Drehleiter gerettet, auch hier halfen die Kinder mit. Nach Einsatzende durften alle Kinder mit der Drehleiter ganz bis nach oben fahren, um einen etwas anderen Ausblick über Kelkheim genießen zu können.

Zurück im Feuerwehrhaus gab es eine kurze Ausbildungseinheit, bei der die bisher geleisteten Einsätze rekapituliert wurden. Nach dem gemeinsamen Mittagessen gab es nun für die Kinder erstmal ein wenig Freizeit, allerdings sollte es um 14:30 Uhr nochmal Ernst werden, wieder ertönte der Hausalarm. Diesmal verletzte sich ein Arbeiter auf einem Hochregal in einer Schreinerei und musste mittels Leiterrutsche gerettet werden, was gut gelang. Noch während der Aufräumarbeiten ertönte ein weiterer Alarm, das Feuer, das in der Nacht auf der Feldgemarkung gebrannt hatte, wurde wieder durch Winde angefacht. Vor Ort konnte allerdings kein Feuer festgestellt werden, es handelte sich um einen Fehlalarm.

Als Stärkung gab es im Feuerwehrhaus erstmal eine Portion Eis. Da die Berufsfeuerwehrschicht nun so langsam dem Ende entgegen neigte, wurden die Fahrzeuge wieder zum Einsatz fertiggemacht und geputzt, und auch im Feuerwehrhaus wurde gereinigt. Um 18:00 Uhr konnten die Eltern ihre begeisterten, aber auch müden Kinder wieder in Empfang nehmen.

Wer selbst einmal die Jugendfeuerwehren aus Kelkheim-Hornau oder Kelkheim-Mitte erleben will, ist dazu herzlich eingeladen. Kommt einfach donnerstags (nur außerhalb der Schulferien) um 18:00 Uhr im jeweiligen Feuerwehrhaus vorbei!

 

(18.07.2016)

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